Im Spätherbst 2019 nahmen die Klassenleiterinnen Deinlein und Matz am Gesundheitskongress in Bamberg teil. In einem der Workshops stellten zwei Studentinnen der Psychologie der UNI Bamberg ihr Projekt gegen die Stigmatisierung psychisch Erkrankter vor. Dies taten sie, methodisch sehr versiert und so engagiert, dass wir die Referentinnen für unsere Berufsvorbereitungsklasse eingeladen haben.

Am 28. Januar 2020 war es dann soweit. Im Stuhloval konnten Frau Prünte und Frau Bohnsack die Schülerinnen und Schüler schnell für das Thema gewinnen. Immer wieder, an den Erfahrungen der Klasse anknüpfend, gelang es den Damen durch geschickte Fragen, Abfragen mit Kärtchen und Impulsen, das Interesse der Schüler zu wecken. Als besonders spannend erlebte die Klasse die Audioeinspielung von Stimmenwirrwarr, so wie es beispielsweise Schizophrene wahrnehmen. Gleichzeitig sollten die Jugendlichen mündlich (!) Rechenaufgaben lösen, was ihnen so kaum möglich war. Sie erlebten so sehr anschaulich, wie belastend ein Leben mit einer psychischen Erkrankung sein kann. Auch bei dem anderen, von der Klasse selbst gewählten Thema Angststörungen, arbeiteten die Jungen und Mädchen konzentriert und ernsthaft mit und brachten umfassende und persönliche Erfahrungen mit ein. Den Referentinnen war dabei wichtig, dass das Klassenzimmer ein geschützter Raum ist, und sich alle Beteiligten an diese Regel halten.

Als es auch um den Umgang mit psychisch Erkrankten ging, wurde subtil und vielfältig diskutiert, was denn der richtige Umgang mit diesem Thema wäre. Die Aufforderung: „Bitte stör mich“, aus der Kampagne des Bayerischen Staatsministeriumsministeriums für Gesundheit und Pflege, wurde letztlich bestätigt, da der Klasse bewusst wurde, wie wichtig anhaltendes und ehrliches Interesse am Wohlergehen der Mitmenschen ist.

Zum Abschluss erhielten die Jungen und Mädchen noch ein Handout mit Kontaktdaten und den Hinweis auf Frau Heuser, unsere Schulpsychologin. Sicher waren die Schülerinnen und Schüler durch die vorhergehenden Stunden für die Thematik Behinderungen aller Arten sowie Umgang mit Behinderten, bereits sensibilisiert; aber wie offen, erstaunlich eloquent und diszipliniert sie sich zeigten, ist mit Sicherheit auch die Frucht der Arbeit unserer beiden hoch engagierten Damen des Kooperationspartners bfz Bamberg. Unser Dank gilt Frau Heyer und Frau Salvatori, die in diesem Schuljahr schon viele Projekte (Werkstatttage, Weihnachtsbasar, Praktikumswochen, usw.) für die Klasse organisiert haben und jeden Tag sehr engagiert mit den Jugendlichen arbeiten.

Christine Matz, Klassenleitung JBVJk