Es gibt Dinge, von denen man nicht im Traum daran denkt, dass sie jemals Realität werden könnten. Jedoch so geschehen an einem Küchentisch in der fränkischen Stadt Erlangen: Der ehemalige Lehrer Martin Aufmuth erfährt durch die Medien, dass weltweit 150 Millionen Menschen aufgrund ihrer Sehschwäche eine Brille bräuchten, wenn sie sich denn eine leisten könnten. Nach vielen Experimenten gelingt es ihm, die „kleinste Brillenfabrik der Welt“ zu bauen. Sie ist nicht viel größer als ein Kasten Mineralwasser und enthält alles was es braucht, um eine Brille herzustellen.
Ebenso durch die Medien erfährt der damalige Schulleiter der Berufsschule I in Bamberg, OStD Gröber, von diesem Projekt und begeistert seinen Kollegen Norbert Lang. Wie bei einem Wassertropfen der – nachdem er ins Wasser gefallen ist – Kreise erzeugt, wurde in der Folge der Kreis derer, die sich an diesem Projekt beteiligten, immer größer und begeisterte in der Folge auch den neuen Schulleiter der BS I Bamberg, OStD Käser.
Hauptsächlich beteiligt war an der Herstellung von 30 „Brillenfabriken“ die Berufsschule I. Die Abteilung Holz fertigte die Holzkästen und in der Metallabteilung entstanden die Biegevorrichtungen für das Brillengestell.
Aber auch unsere Berufsschule konnte ihren Beitrag leisten: In der Malerabteilung wurden die Holzkästen eingeölt. Einölen ist in diesem Fall geeigneter als Lackieren, weil die Ärmsten dieser Welt meistens auch in den heißesten Gebieten dieser Erde leben, und der Lack durch die intensive UV-Belastung schnell spröde würde. Öl dagegen dringt, verursacht durch die Hitze, immer tiefer ins Holz ein und schützt es.
Inzwischen konnten ca. 50000 Brillenträume weltweit erfüllt werden. Eine Brille ermöglicht Menschen den Zugang zu Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe.
Wir sind stolz, einen Beitrag zu diesem Projekt geleistet zu haben. Im Rahmen einer Feierstunde erhielten wir als Auszeichnung eine „Ein Dollar Brille“.
Barbara Schwab